Schulthessklinik im Park Hotel

Wenn es in den letzten Wochen auf diesem Blog etwas ruhiger war, dann deswegen, weil ich eine Einrichtung des Zurzibiets "ausprobiert" habe, welche die Meisten von euch wohl nur von aussen kennen: Die Schulthessklinik im Park Hotel, Bad Zurzach.

Zuerst war ich allerdings 7 Tage in der Schulthessklinik in Zürich, wo mir ein neues Kniegelenk und eine neue Kniescheibe eingesetzt und die Seitenbänder gestrafft hat (einen ausführlichen Bericht findet sich auf dem Schreib-Lounge-Blog). Am 7. Tag wurde ich, zusammen mit drei weiteren Knie- und einem Rückenpatienten nach Bad Zurzach gefahren.

Das Park Hotel kenne ich ja schon seit langem sehr gut: Meine Tante war damals ein paar Monate in der Pflegeabteilung des Spitals Baden, und ich habe vor und nach den Besuchen viel Zeit auf der Terrasse, beim friedlich plätschernden Brunnen, oder beim Barpianisten verbracht. So war es ein wenig wie heimkommen …

In Zimmer 204 erwartete mich eine aufgestellte Leidensgenossin, deren Knie-Op ein paar Tage früher stattgefunden hatte. Wir haben zusammen gelacht, die Übungen gemacht, gemeinsam gelitten (Stichwort Thrombosespritze) und nach Strategien gesucht, der Hitze zu entkommen. Sehr beliebt waren bei uns die kühlenden Kniewickel, doch trotz allem Flehen konnten wir die FAGE nicht dazu bringen, uns in ein Ganzkörper-Sushi zu verwandeln … 

Zum Glück gab es reichlich Wasser, und sobald ich etwas mobiler war, entwich ich auf die Terrasse und verdrückte eine Glace. Die hätte ich mir übrigens auch aufs Zimmer liefern können – das Park Hotel bietet tagsüber einen Zimmerservice ohne Zuschlag.

Überhaupt ist der Servicelevel grossartig: Ich hatte bereits in Zürich fast meinen ganzen Wäschevorrat verbraucht und wollte schon meine Katzentante bitten, mir von Zuhause Nachschub zu bringen, da wies mich meine Zimmerkollegin darauf hin, dass das Hotel einen Wäscheservice bietet. Und tatsächlich: Nach nur 5 Stunden (versprochen wird Lieferun innert 24 Stunden) hatte ich meine Sachen frisch gewaschen und gebügelt zurück! 

Die Zimmer sind nicht riesig, aber funktional – und so weit ich mich erinnere, war dies mein erstes Spitalzimmer mit Balkon. Auf dem Stockwerk gibt's eine Sitzecke mit einer Nespresso-Maschine, die ich bei meinen Gehübungen gerne anvisierte. Roomservice, Pflegepersonal und Ärzte sind sehr freundlich, aufgestellt und sichtlich gut eingespielt als Team – auch wenn die unter der Hitze wohl noch mehr litten als wir, die wir recht textilarm herumlagen …

Da ich in Bad Zurzach wohne, durfte ich nach Hause, noch bevor die Fäden gezogen wurden – dies wurde danach ambulant erledigt, so wie auch die Physiotherapie, die ich 2x wöchentlich bei Emery Physio absolviere. 

In diesem Zusammenhang lernte ich eine andere Institution schätzen, die ich bisher nur von aussen zur Kenntnis genommen hatte: Den Zurzibus. Die ersten zwei Male liess ich mich vom Oberflecken bis ins Park Hotel kutschieren, mit zunehmender Gehleistung verkürzte ich die Strecke, indem ich auf dem Rückweg beispielsweise erst beim Thermalbad einstieg oder schon bei der Schlüsselgasse ausstieg. Herr Meyer und seine Kollegin sind sehr freundlich und hilfsbereit – auch jetzt, wo ich wieder vorwiegend zu Fuss (mit Krücken) unterwegs  bin, winken wir einander jeweils zu.

Als dritte Institution lernte ich auch einen kleinen Teil der RehaClinic kennen: Da bei mir auch die Seitenbänder gestrafft werden mussten, trug ich zuerst eine Schiene, die jegliche Kniebewegung untersagte. Diese sollte von einer Softec-Orthese abgelöst werden, die aber von einer Fachperson angepasst werden muss – und die entsprechenden Geschäfte sind in Baden bzw. Brugg. ABER: 1x pro Woche ist jemand von Pompa in der RehaClinik, und ich durfte denen meine Masse durchgeben und mir dann dort die Schiene anpassen lassen. Super Service auch hier, und weil ich schon da war, habe ich auch gleich das Café Santé ausprobiert. Zum Glück wird hier serviert – mit den Krücken hätte ich meine Konsumation schlecht auf die Terrasse buxieren können.


Mein Fazit:

Wenn jemand schon eine Knie- oder Hüft-OP haben muss, dann gerne hier in Zurzach! Die Infrastruktur ist super, das Gelände mehrheitlich flach, Sitzgelegenheiten und Cafés gibt's in idealen Abständen, die Menschen sind freundlich und hilfsbereit und spornen einen an, wenn man seine Trainingsrunden dreht.

Und auch wenn ich durch diese OP ein paar spannende Anlässe verpasst habe: Ich freue mich darauf, nach meiner Reha dafür wieder beweglich und schmerzfrei die weiteren Schönheiten des Zurzibiets zu entdecken!

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